Salutogenese

Aaron Antonovsky (1923-1994) war ein Sozialwissenschaftler, der in Israel den Gesundheitszustand von Frauen in den Wechseljahren untersuchte. In seinem Fragebogen nahm er auch die Frage auf, ob diese Frauen im KZ gewesen seien. Was ihn überraschte war, dass etwa ein Drittel dieser Frauen nicht nur gut mit den Wechseljahren zurechtkam, sondern auch mit den Folgen der Gefangenschaft, den Entbehrungen im KZ, mit der Umsiedlung in einen neuen Kulturkreis, einer neuen Sprache und einer neuen Arbeit.

Aus dem Versuch zu erklären, durch welche Eigenschaften diese Frauen diese ungeheuren Herausforderungen gut überstanden hatten, entstand das Konzept der Salutogenese – wörtlich: Entstehung von Gesundheit.

Bei der Befragung kristallisierten sich folgende Eigenschaften heraus:

  1. Die Frauen hatten eine Vorstellung davon, was um sie geschah – ein Wissen, das ihnen ermöglichte etwas zu tun.
  2. Sie hatten ein Bild von sich, dass sie, so minimal es auch sein würde, ihre Situation beeinflussen konnten, wenn sie sich einsetzen. Kurz: Handhabbarkeit oder ähnlich: Selbstwirksamkeit.
  3. Sie konnten einen Sinn für ihr Leben oder ihr Tun finden, z. B. für andere Menschen da zu sein, für ihre Kinder, für eine bessere Welt, für ihren Glauben.

Diese drei Elemente definierte Antonovsky als Sense of Coherence (SOC), übersetzt der Kohärenzsinn.

Die Salutogenese ist in die Ottawa Charta (21. November 1986) der WHO eingegangen und wurde von der Bundesrepublik Deutschland im Sozialgesetzbuch verankert.

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